Der Ursprung der
Götter
Am Anfang war das Chaos, eine mit Nebel gefüllte,
grenzenlose Urzeit. Daraus entstand
Gaia (die Erde),
Tartaros (ein tiefer
dunkler Abgrund unter der Erde),
Erebos (die Dunkelheit der Unterwelt),
Nyx
(die Nacht) und Eros (die Liebe). Gaia gebar auch sich selbst
Uranos (der
Himmel),
Pontos (das Meer) und die Gebirge. Gaia und Uranos zeugten u.a. die
Hekatoncheiren und die
Titanen, von denen
Kronos und
Rhea die wichtigsten
waren. Uranos hasste alle seine Kinder und verbarg sie deshalb im Tartaros.
Darüber grollte Gaia und sie riet Kronos, seinen Vater im Schlaf zu
entmannen. Kronos, machtgierig, schlich sich an und schlug seinem Vater mit
der Sichel das Glied ab. Uranos, in wahnsinnigem Schmerz, verfluchte Kronos,
von seinen Kindern gestürzt zu werden. Kronos, nun über die Welt regierend,
heiratete seine Schwester Rhea. Da er Angst vor dem väterlichen Fluch hatte,
verschlang er seine Kinder (Poseidon,
Hades,
Hera,
Hestia und
Demeter)
gleich nach der Geburt. Statt
Zeus aber gab ihm Rhea einen mit Honig
bestrichenen Stein in Windeln. Kronos merkte nichts. Zeus wurde von der Ziege
Amaltheia genährt und aufgezogen. Außerdem beauftragte Rhea die Kureten, mit
lauten Tänzen das Geschrei des Zeuskindes zu übertönen. Und schon nach einem
Jahr war er erwachsen.
Um seinen Vater zu stürzen, brauchte er aber eine große Übermacht. So ließ
sich Zeus von einem Kräuterweib ein starkes Brechmittel mixen. Dieses gab er
seiner Mutter Rhea, die es ins Essen mischte. Kronos wurde es schrecklich
übel und er übergab sich. So erblickten auch seine Kinder wieder das Licht
der Sonne. Ehe es Kronos bemerkte, hatten Rhea und deren Mutter Gaia schon
die Kinder versteckt. Kronos blieb also ahnungslos, bis die Geschwister zum
entscheidenden Schlag, dem Titanenkampf, ausholten. Dieser dauerte 10 Jahre.
Mit Hilfe vieler anderer Götter, u.a. der Hekatoncheiren, wurden die Titanen
besiegt und Kronos in den Tartaros gesperrt. Nun teilten sich die drei
Brüder die Welt. Poseidon fielen die Meere zu, Hades wurde Herrscher der
Unterwelt und Zeus bekam den Himmel. Die Erde gehörte ihnen allen gemeinsam.
Zeus bekam die Obergewalt. Metis wurde zu seiner Frau. Ehe sie jedoch
Athena
gebar wurde Zeus etwas prophezeit: "Zuerst wird Metis eine Tochter zur Welt
bringen. Danach aber einen Sohn, der einmal Götterkönig werden wird". Als er
dies hörte, packte ihn die Angst und er verschlang seine Frau. Kurz darauf
bekam er furchtbare Kopfschmerzen. Er befahl Hephaistos, ihm sein Haupt zu
spalten. Dieser tat es und Athena entstieg wohlgerüstet dem Kopf des Vaters.
Nun nahm er Hera zu seiner Frau. Aber er war kein sehr treuer Ehemann,
sondern er betrog Hera unzählige Male. Er hasste sie.
Poseidon nahm die Tochter des
Nereus,
Amphitrite, zur Frau, und Hades
entführte die Tochter der Demeter, Persephone. Darüber freuten sich die
beiden nun gar nicht mehr. Die Mutter stoppte das Wachstum und erzwang von
Zeus den Beschluss: "Persephone kann zwei Drittel des Jahres an der
Erdoberfläche verbringen!", worüber Hades sich nicht mehr freute. Die Kinder
des Zeus bekamen alle bestimmte Aufgaben. Sie und die Sieger des
Titanenkampfes bildeten die olympischen Götter (nach ihrem Sitz, dem Olymp).
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