Kaum
in Port Elisabeth gelandet ging es auch schon weiter. Die Stadt
selbst ist in zwei Stunden ausreichend erkundet. Wir wollten ja auch Natur
sehen. Trotzdem suchten wir noch in Port Elisabeth nach dem alten "Apple
Express" - einem Schmalspur Dampfzug, der früher das Obst aus der
Umgebung zum Hafen brachte. Heute fährt das gute Stück nur noch
an ausgewählten Tagen zur Belustigung der Bahn-Freaks. Wir fanden
ihn schließlich in den Abstellschuppen des Bahngeländes. Einige
Freiwillige waren gerade kräftig am rekonstruieren und sichtlich begeistert
an unserem Interesse. Nun ging es aber endlich in die Natur. Immer an der
Küste des Indischen Ozeans sollte uns der Weg entlang der "Garden
Route" bis nach Kapstadt führen. Bis dahin war es aber, Gott sei
Dank, noch ein gutes Stück des Wegs. Erstes richtiges Highlight der
Strecke war der "Tsitsikama Nationalpark". Nachdem wir schon einige
gemütliche Quartiere erspäht hatten, entschlossen wir uns doch
bis in den Park hinein zu fahren. Und das hat sich gelohnt! Hier übernachteten
wir in einem Holzhäuschen direkt am tosenden Meer. Sofort setzten
wir uns auf die Terrasse und genossen bei einem Fläschchen Rotwein
die untergehende Sonne. Das kann man schon kitschig nennen. Wir hatten
übrigens ein sagenhaftes Glück, wir hatten die letzte Hütte
erwischt. Also unbedingt vorbestellen! Es kann dort kein besseres Quartier
geben.
Am
nächsten Tag stand wandern auf dem Programm. Und wenn es bei Behrendt-Tours
wandern heißt, dann ist auch wandern gemeint. Das führte dann
auch zu Verlusten bei Mensch und Material. So konnten wir nur vormittags
gemeinsam den Otter-Trail bis zum ersten Wasserfall begehen. Die
Nachmittags-Tour auf die Höhen der Steilküste wurde nur noch
von der männlichen Reisegruppe bewältigt.
Der
Ausblick war Lohn genug für die Anstrengung in der Hitze. Hier oben
gab es auch noch die eine oder andere Protea-Blüte zu bewundern.
Die Protea ist die Nationalblume Südafrikas und somit für uns
von besonderem Interesse. Etliche Arten soll es davon geben, wir waren
aber auch schon mit dieser einen zufrieden.
Es
ging weiter entlang der Küste über "Wilderness", "Plettenberg
Bay" und "Knysna" nach George. Ein Fleckchen immer
schöner als das andere. Oftmals mußten wir anhalten um die Kraft
des Ozeans zu genießen oder um uns mit den Wellen zu messen. Gegen
diese Riesenbrecher kommt man nicht an. Das Baden machte hier sogar unserem
Wassermuffel Karsten Spaß. Die Ausbeute an Muscheln blieb allerdings
etwas hinter den Erwartungen zurück. Die waren allerdings auch sehr
hoch gesteckt.
Es
folgte ein Abstecher ins Landesinnere - nach Oudtshoorn. Der Ort
liegt mitten in der kleinen Karoo und ist Weltzentrum der Straußenzucht.
Etliche Farmen ermöglichen die Besichtigung der Tiere und vermitteln
zusätzlich einige interessante Informationen zu den Tieren. Stundenlang
kann man sich über diese blöden Viecher totlachen. Das Gehirn
ist kleiner als die Augen, das merkt man deutlich. Wir schossen ein Portraitfoto
nach dem anderen. Unser Fotograf ging einmal so dicht an den Zaun, daß
ihm ein Strauß neugierig in das Objektiv biß. Trotz all unserem
Vergnügen an den Tieren konnten wir uns nicht zurückhalten und
versuchten ein saftiges Straußen-Steak. Wir
folgten der Empfehlung des Reiseführers und gingen zu "The Godfather".
Zurecht - ein wirklich erstklassiges Mahl.
Oudthoorn
hat noch mehr zu bieten. Unweit des Ortes findet man die "Cango
Caves", ein touristisch erschlossenes Tropfsteinhöhlenlabyrinth.
Angeboten werden drei verschiedene Touren. Unbedingt zu empfehlen ist die
Längste der Touren, die Adventure-Tour. Ein solches Vergnügen
hatten wir noch in keiner Höhle. Das wir muß hier etwas eingeschränkt
werden, hatte Beate doch etwas unter der Enge der Höhle zu leiden
und hatte zu allem Überfluß auch noch Materialschaden an ihrer
Kamera. Die Tour ging durch enge Höhlengänge, so daß man
teilweise auf allen vieren weiterkrabbeln mußte. Am Ende stand ein
schmaler Kamin, den man nur auf dem Bauch rutschend passieren konnte. Oben
angekommen mußte man sich durch einen 27 cm breiten Schlitz wuchten,
der nicht zu unrecht "Postkasten" hieß. Diese extreme Schleife nahmen
dann doch nur noch die Härtesten mit. 3/4 der Reisegruppe Behrendt
war zu dieser Zeit bereits "ausgestiegen".
Auch der Abstecher zum Swartberg-Pass ist lohnenswert. Seit Jahrzehnten
unverändert ist er zum National Monument für Straßenbaukunst
geworden. Auf unbefestigtem Untergrund quält sich das Auto die Serpentinen
hinauf. Man sollte es einmal gesehen haben.
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