Namibia Süd

 

 

 

Auf dem Sesriem Zeltplatz fühlten wir uns zum ersten Mal so richtig wie in Afrika. Ein gemütlicher kleiner Platz mit ca. 40 Stellplätzen mitten in der afrikanischen Savanne. Jeder Stellplatz wurde durch einen Kameldornbaum mit etwas Schatten versorgt und der war auch dringend notwendig. Da der Zeltplatz nicht abgezäunt war, tobten nachts die Antilopen quer zwischen den Zelten hindurch. Eines Abends lief auch ein Skorpion um unsere bis dahin nur sandalenbedeckten Füße - mittendrin statt nur dabei. Am folgenden Tag erforschten wir die nähere Umgebung des Zeltplatzes und erfreuten uns an der herrlichen Savannen-Landschaft. Ab 12:00 Uhr mittags lagen wir nahezu bewegungslos im Schatten unseres Kameldornbaumes und warteten auf ein Ende der gnadenlosen Hitze. Als sich so langsam die Dämmerung ankündigte, fuhren wir auf unsere erste Safari. Ein fantastisches und komisches Schauspiel bieten hier die Springböcke, die anscheinend voller Übermut mit allen vier Beinen gleichzeitig in die Luft springen und dabei riesige Sätze machen. Außer diesen lustigen Gesellen treiben sich noch weitere diverse Antilopenarten in dieser Gegend herum. Auch größere Herden von Straußen sind hier zu Hause. In den vereinzelten Bäumen haben sich mächtige Kolonien von Einsiedelweber-Vögeln niedergelassen. Auf der anschließenden Suche nach einem passenden Motiv für das obligatorische Sonnenuntergangsfoto wurden wir schnell fündig. Wie läßt man in der Wildnis den Tag ausklingen? Natürlich mit einem zünftigen Lagerfeuer und einer kühlen Büchse Bier (Windhoek Lager - gebraut nach deutschem Reinheitsgebot). Wahrscheinlich sollte ich hier den Kühlschrank erwähnen, der in unserem Jeep eingebaut war. Am nächsten Morgen standen wir schon weit vor dem Morgengrauen auf, denn es sollte direkt ins Herz der Wüste gehen. Nach 60 km Schotterpiste stoppten wir und genossen den Sonnenaufgang in der Wüste. Nun ging es nur noch mit Allradfahrzeugen weiter. Das Warnschild war auch wirklich angemessen, denn der lockere Sand war auch mit unserem Jeep nur mit Schwung zu "durchschwimmen". Auf dem nächsten befestigten Plätzchen stoppten wir und wanderten über einige Dünen in das nahegelegene Death VleiVlei ist hier der Begriff für ein zumeist unterirdisches oder ausgetrocknetes Flußbett. In unmittelbarer Nähe dieser Vleis können sich sogar einige Bäume halten. Nicht jedoch im Death Vlei. Hier ist alles lebende abgestorben und bietet somit dem Betrachter ein schaurig-schönes Bild. Es wurde nun schon langsam aber sicher wärmer und wir mußten uns sputen um das Hauptziel unseres Ausfluges noch bei erträglichen Temperaturen zu erreichen. Sossusvlei, die höchsten Sanddünen der Welt standen auf dem Programm. Auf eindrucksvolle 300m türmen sich hier die roten Berge auf. Wir mußten natürlich dort oben gewesen sein. Zwei Schritt vorwärts und ein Schritt zurück - so quälten wir uns den Grad hinauf. Aber der herrliche Blick über die Landschaft entschädigte uns für die Anstrengungen. Wir konnten es kaum glauben, hier in der absoluten Wüste gab es gleich hinter der Düne einen kleinen See, indem sogar eine Ente brütete. Apropos brüten, die Hitze wurde langsam unerträglich, so daß wir uns wieder auf den Weg zu unserem Kameldornbaum machten. 


Durch unseren verkürzten Besuch an der Skelettküste hatten wir etwas Zeit gespart, so daß wir uns auf den Weg in den Süden nach Keetmanshoop machen konnten. Dort wartete der Köcherbaumwald auf uns. Eine wunderliche Pflanze, die nur im Süden von Namibia bzw. im Norden von Südafrika anzutreffen ist. Ihre besonders im Abendlicht golden leuchtende Rinde ist zu einem Symbol für Namibia geworden. Zurecht, wie wir finden. Auch die Silhouetten dieser eigenartigen Gewächse gegen die untergehende Sonne in dieser kargen Wüstenlandschaft, das ist schon romantisch - oder vielleicht schon kitschig? Letzteres lassen wir höchstens für die Fotos gelten, und selbst das nur mit Einschränkungen. Der Köcherbaumwald war ein würdiger Abschluß für ein sehr interessantes und schönes Land auf dem afrikanischen Kontinent. Hier findet man noch Einsamkeit und Wildwest-Romantik. Ein schönes Ziel für einen gemäßigten "Abenteuer-Urlaub".  Südafrika, wir kommen. 
 

 

Zurück Nach oben Weiter

 
Home
Nach oben
Namibia Nord
Namibia Süd
Blyde River
Krüger Park
Garden Route
Stellenbosch
Kapstadt

 

 
       

© 30.01.2005

 

Home | Kontakt

 Stephan@Kintscher.de