
Sonnabend, 22.02.
Morgens fahren wir zum
riesigen Busterminal. Beim Einsteigen in unseren Bus nach Temuco stellen wir
fest, dass in dem ganzen Gewimmel der kleine Rucksack von Robert geklaut
wurde! Was die Diebe allerdings mit seinen alten Latschen, seinem Hut und
seiner Brille wollen ist uns schleierhaft... Robert vermisst diese Dinge
natürlich schmerzhaft. Während der Fahrt stellen wir fest, dass auch der
Lonely Planet weg ist - Mist!
Die Sitze im Bus sind
sehr gemütlich (mit Beinstützen) und wir genießen die Fahrt durch fruchtbare
grüne Landschaften. Nach der vielen Wüste ein Labsal für die Augen. Gut acht
Stunden später sind wir am Zielort angekommen. Wir übernachten in einer
hübschen kleinen Pension und sitzen mit unserem gestern auf dem Weingut
erworbenen guten Tropfen noch lange vor der Tür.
Sonntag,
23.02.
Nachdem wir unser Auto
abgeholt haben (wieder ein Toyota Yaris) besichtigen wir noch den berühmten
Mapuche-Markt. Der Reiseführer verspricht auch ein interessantes
Eisenbahnmuseum und Uwe ist gleich Feuer und Flamme. Nach langer Suche -
nicht einmal die Einheimischen kennen es - finden wir ein altes Stellwerk,
in dem die Loks eingemottet sind. Gegen eine kleine „Spende“ dürfen wir
zwischen den alten Loks rumklettern und haben großen Spaß. Nachmittags geht
weiter nach Pucon in die Hosteria Ecole. Stephan und Robert wollen den
Vulkan Villarica (noch aktiv!) besteigen und buchen für morgen früh eine
Tour. Abends essen wir lecker Forelle.
Montag, 24.02.
Getrennte Wege: Die Jungs
besteigen den Vulkan und wir verschlafen das Frühstück.
Ausgeschlafen und
gutgelaunt schauen wir uns die Wasserfälle der Umgebung an. Ziemlich Klasse!
Mittags halten wir ein kleines, wohlverdientes Schläfchen und fahren danach
Richtung eines höheren Vulkans. Die Strasse wird schlechter und kurz vor der
argentinischen Grenze nimmt der Schmugglerverkehr deutlich zu - wir kehren
um.
Im Hotel treffen wir
Robert und Stephan, die ein bisschen geschafft aussehen aber stolz und mit
Begeisterung vom Aufstieg erzählen. Sie haben sich stundenlang über
Eisfelder zum Vulkankrater hochgekämpft und sind dann todesmutig eine
Eisrinne auf dem Hosenboden nach unten gerutscht. Die blauen Flecke sind
sicher eine Pracht...
Dienstag,
25.02.
Unser heutiges
Etappenziel heißt Puerto Varas. Wir machen einen Zwischenstopp in Vadivia,
der angeblich schönsten Stadt. Leider regnet es wie aus Kannen, so dass wir
das weder bestätigen noch dementieren können. Wir huschen nur schnell ins
Deutsche Museum, dem ehemaligen Haus des Klaus Anwandter, dessen Ahnenlinie
seit sechzehnhundertzopf dokumentiert ist. Weiter geht’s nach Frutillar.
Überall wachsen leckere Brombeeren am Wegesrand. Der
Regen hat aufgehört, es ist nur noch etwas bewölkt. Hier erinnern vor allem
die vielen deutschen Straßen- und Hausbezeichnungen an die Einwanderer.
Einen leckeren Kuchen gibt es auch. Abends kommen wir in Puerto Varas in der
Hosteria Outsider an. Da diese nur 4 Zimmer hat, stellen wir immerhin 50%
der Gäste. Das Örtchen ist sehr nett und wir gehen sehr leckeren frischen
Fisch essen.
Mittwoch,
26.02.
Leider alles wolkig. Nach
dem Frühstück fahren wir in den Regenwald. Gespenstig wabern die
Nebelschwaden durch die Bäume.
Die Jungs buchen ein
Wildwasserrafting für morgen und wir freuen uns mal wieder auf einen ruhigen
Tag. Zurück in Puerto Varas stelle ich mit Begeisterung fest, dass eine alte
Mapuche-Frau selbstgemachte kandierte Äpfel verkauft. Mir wird ganz
weihnachtlich zumute.
Donnerstag, 27.02.
Stephan und Robert gehen
erst in eine schlammige Therme und danach ins kalte Wasser zum Raften. Wir
fahren gemütlich einmal um den See. Die Straße ist stellenweise so schlecht,
dass wir doch ein wenig Angst haben, stecken zu bleiben. Die Landschaft
entschädigt allerdings für den Streß. Abends treffen wir uns wieder in
unserem gemütlichen Fischrestaurant.
Freitag, 28.02.
Heute
machen wir die große organisierte Seentour nach Argentinien. Morgens um 9.00
Uhr geht’s erst mal mit dem Bus los. Unterwegs legen wir an den
Petrohue-Wasserfällen einen Zwischenstopp ein. 10 min später steigen wir auf
einen Katamaran um und fahren über den Lago Todos los Santos. Die Sicht ist
toll und wir haben viel Spaß. 1,5 Stunden später landen wir in Peulla, wo
eine Mittagspause eingelegt wird. Wir nutzen die Zeit und wandern zu einem
wunderschönen Wasserfall. Weiter geht es mit dem Bus zum chilenischen
Grenzposten. Eine ziemlich aufwendige Prozedur erfolgt, dann fahren wir 2
Stunden quer durch Regenwald auf einer grottenschlechten Piste bis zum
argentinischen Grenzposten. Gleiche Prozedur und endlich geht es wieder aufs
Boot. Diesmal ist die Strecke nur kurz und schon 20 min später steigen wir
wieder in einen Bus. Doch auch dies Strecke ist nur kurz und schon bald sind
wir wieder auf einem Schiff quer über den Lago Nahuel Huapi. Robert lockt
die Möwen mit unserem letzten Brot an und schon bald ist das Schiff
umschwärmt. Der restliche Weg nach Barriloche wird im Bus zurückgelegt und
wir sind ca. 20.00 Uhr im Hotel Carlos V. Wir haben die Anden überquert!!
Den Abend verbringen wir in einem urigen Steakhaus. Die Portion Bife de Lomo
(Rinderfilet) für umgerechnet 5 USD besteht aus 3 !! großen Steaks. Wir
fallen fast vom Stuhl. Sehr lecker, aber danach sind unsere Mägen
hoffnungslos geweitet. Unsere Frage nach einem Kräuterschnaps endet leider
mit 4 Kräutertee – Na wir haben nicht schlecht geschaut! Irgendwie können
wir uns dann doch noch verständlich machen und erhalten wenigstens das
Nationalgetränk Pisco. Zufrieden gehen wir ins Bett.
Sonnabend, 01.03.
7.15 Uhr werden wir
abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Durch wieder sehr zeitaufwendige
Grenzkontrollen - die Chilenen durchleuchten das gesamte Gepäck auf der
Suche nach Nahrungsmitteln (kein Einschmuggeln von leckeren argentinischen
Rindersteaks möglich) - dauert die Fahrt ca. 6 Stunden.
Wir gehen ein letztes Mal
in unser leckeres Fischrestaurant und fahren dann nach Puerto Montt. Unser
Hotel liegt auf einem Hügel und hat einen klasse Blick über die Stadt. Ein
längerer Aufenthalt lohnt allerdings nicht wirklich.
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