Stellenbosch

 

 

 

Eigentlich wollten wir nach dem Abstecher nach Oudtshoorn noch einige Stunden am Indischen Ozean zubringen. George oder Mossel Bay waren dafür anvisiert. Aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Vielleicht war das auch gar nicht so schlecht, hatten wir doch so die Gelegenheit uns noch einige andere schöne Ecken des Landes anzuschauen. So fuhren wir weiter bis nach Swellendam, der dritt ältesten Stadt Südafrikas. Herrliche weiße kapholländische Häuschen in wunderschöner Landschaft. Das Wetter hatte sich übernacht auch wieder gefangen. Nach einer Spazierfahrt durch das Städtchen ging es weiter in Richtung Süden, bis es nicht mehr weiter ging. Cape Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas war erreicht. Ein muß für unsere beiden Vermesser. Aber auch uns anderen gefiel der Ausflug sehr gut. Immer an der fantastischen Küste entlang führte uns die Reise heute bis ins 50 km östlich von Kapstadt liegende Stellenbosch. Hier ist das Herz der südafrikanischen Weingegend. 
Nach langer Suche nach einer preiswerten Unterkunft, fanden wir schließlich ein Lager in der Pension "River Manor". Und was das für ein Lager war. Für Claudia und mich gab es die Honeymoon Suite. Die Ausstattung beeindruckte uns so, daß wir sogar eine Innenaufnahme machen mußten. Und erst die Gastfreundlichkeit der Hausherren! Wenn also jemand nach Stellenbosch fährt - die Empfehlung lautet: "River Manor". Beim Frühstück bekamen wir noch etliche Tips für die Gestaltung der nächsten Tage. Die ganze Gegend gefiel uns so gut, daß aus dem geplanten Zwischenstop für eine Nacht unser Hauptquartier bis zum Ende des Urlaubs werden sollte. Von hier aus unternahmen wir alle Ausflüge einschließlich der Kapstadt-Ausflüge. Und das war auch gut so. Am Abend konnten wir immer in das beschauliche Städtchen zurückkehren, in dem es Dank der hier ansässigen Universität mit ihren etlichen Studenten auch genug Kneipen und Restaurants gab. Natürlich gab es hier im Zentrum der Weinberge auch genügend zu trinken. 
In den nächsten Tagen reisten wir also durch die nähere Umgebung und besuchten das eine oder andere Weingut. Diese Gegend ist einfach einzigartig. Man hat den Eindruck, daß hier die Dolomiten in die Toskana versetzt wurden und dann das ganze noch an zwei Ozeane verschoben wurde - unvorstellbar. Hier könnte man sich wirklich niederlassen. Na vielleicht ist das ja der richtige Altersruhesitz. 
Wir überquerten so manchen Pass und besuchten zum Beispiel auch das kleine Örtchen Franschhoek. Hier siedelten die ersten Hugenotten, die dieser Region wahrscheinlich zu der Qualität des Weines verholfen hat. Neben den großen Weingütern wie zum Beispiel Boschendal gibt es auch noch viele kleinere, auf denen man ein gern gesehener Gast zur Weinverkostung ist. Hier ist es üblich, für die Verkostung zu bezahlen, so daß man auch keine Verpflichtung zum Kauf verspürt. 
Wir konnten uns aber trotzdem nicht beherrschen und nahmen die eine oder andere Flasche mit. An den typischen Eichengeschmack der hiesigen Weine mußten wir uns allerdings erst gewöhnen. 

 


 

 

 

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© 30.01.2005

 

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